Frauenverein Wildberg-Ehrikon

Geschichte Frauenverein Wildberg-Ehrikon

Die Gründung des Frauenvereins geht zweifelsohne auf das letzte Jahrhundert zurück. Die Berichte, aus denen die Vereinstätigkeit ersichtlich wäre, sind leider unauffindbar. Liegen die Bücher vielleicht verstaubt auf irgendeinem Estrich, oder sind sie in einen Ofen gewandert? Schade wäre es!

Die ersten Eintragungen im heutigen Protokollbuch gehen auf das Jahr 1922 zurück. Damals zählte der Verein 24 Mitglieder. Er verstand sich als gemeinnützige Institution und nahm sich vor, genau wie in Schalchen, vor allem den Nähschulunterricht zu betreuen, weil man ihn als etwas Lebenswichtiges für zukünftige Hausfrauen empfand. Wie haben sich doch die Auffassungen in unserer Wegwerfgesellschaft gewandelt.

Nach dem Ersten Weltkrieg, als unser nördlicher Nachbar in einer gewaltigen Inflationswelle zu ertrinken drohte, halfen Wildberger Frauen deutschen Familien mit ihren Spenden. 1956 sammelten sie für das im Aufstand gegen die russische Besatzungsmacht stehende Ungarn. 1960 hatten sie eine offene Hand für notleidende Algerier, und zwischen 1972 und 1978 übernahmen sie eine Patenschaft für Vietnam, im Jahr 1978 traten sie dem Verein zur Förderung geistig Invalider im Zürcher Oberland bei. Der Wohltätigkeitsbazar zugunsten dieses Vereins wurde im folgenden Jahr zu einem Riesenerfolg: Der „Stiftung zur Palme“ in Pfäffikon konnten 40‘000 Franken überwiesen werden. 1931 führte der Frauenverein einen Säuglingskurs durch, und ein Jahr später traten die Frauen der „Mütterberatungsstelle Turbenthal, Wila, Wildberg“ bei, die unter der Leitung der beiden Turbenthaler Ärzte im Wohfahrtshaus „Hirschen“ in Hutzikon ihre Arbeit aufnahm.

Herzliche Verbundenheit mit ihren Mitbürgern spricht aus einem Aufruf aus dem Jahr 1983. Er forderte die Frauen zu tätiger Mithilfe bei der Betreuung der Kranken auf, wenn die Hauspflegerin überlastet oder anderweitig besetzt sei.

Alle paar Jahre gehen die Frauen auf Reisen, die das Zusammengehörigkeitsgefühl stärken und neue Freundschaften knüpfen. Ein Höhepunkt im Vereinsleben war die dreitätige Reis an die Festspiele in Verona im Jahr 1982.

(Auszug aus der Chronik der Gemeinde Wildberg, 1985)